Mehr TV-Präsenz fürs Curling
02. Juli 2007, 21:21Sechs der besten Schweizer Curling-Männerteams werden sich von Mitte Oktober bis Mitte Februar in der Swiss Curling Tour messen. Mit dem neuen Dauerwettbewerb gewinnt der Sport mehr Fernsehpräsenz.
Seit der Wiederaufnahme in den Kreis der vollwertigen Olympia-Sportarten vor neun Jahren hat das Curling den Schweizer Sport mit einem Medaillensegen verwöhnt: Gold 1998 in Nagano (Patrick Hürlimann), Silber und Bronze 2002 in Salt Lake City (Luzia Ebnöther, Andreas Schwaller), Silber 2006 in Turin (Mirjam Ott). Bei diesen Erfolgen erreichte Curling in der Schweiz sehr hohe TV-Einschaltquoten und -Marktanteile. Dennoch hat es bislang zwischen den Olympiaturnieren - beispielsweise an Welt- und an Europameisterschaften - wenig Gelegenheit erhalten, sich den Schweizer Sportfans am Fernsehen zu präsentieren.
Spektakel dank neuen Elementen
Dies soll sich dank der Partnerschaft mit Teleclub ändern. Der Luzerner Bruno Gabriel ist Initiator und Ideengeber für die Swiss Curling Tour. Mit der Projektleitung und der Umsetzung sind Andreas Schwaller und Ralph Stöckli betraut, die beiden besten Schweizer Skips, die letzten Dezember in Basel gemeinsam Europameister wurden.Schwaller und Stöckli haben für die Swiss Curling Tour (SCT) eine kompakte Spielform mit neuen Elementen kreiert. Eine Partie führt nur über sechs Ends und dauert mithin rund anderthalb Stunden (und nicht, wie an internationalen Meisterschaften, bis zu drei Stunden). Die Teams haben in den sechs Ends abwechslungsweise das Recht des letzten Steins. Pro End kann jedes Team höchstens zwei Steine schreiben, so dass die Spannung für den ganzen Match erhalten bleiben sollte.
Mehr Spektakel verspricht überdies die Einführung einer «Four Rock Rule» im Unterschied zur gängigen «Free Guard Zone»: Mit den ersten vier Steinen pro End dürfen keine gegnerischen Steine aus dem Spiel genommen werden, auch wenn sich diese im Haus befinden. Der Sieger einer Partie bekommt drei Punkte. Bei einem Remis erhält jedes Team einen Punkt, anschliessend wird in einem Steinspiel, einem «Draw to the button», ein Bonuspunkt vergeben.
Beginn im Oktober
An der ersten Swiss Curling Tour treten die besten vier noch aktiven Teams der letzten Schweizer Meisterschaft an; dies sind Basel Regio (Skip Ralph Stöckli), Baden Regio (Andreas Schwaller), Glarus (Urs Beglinger) und St. Galler Bär (Claudio Pescia). Komplettiert wird das Feld mit dem Schweizer Juniorenmeister Luzern (Florian Meister) sowie dem mit einer Wildcard berücksichtigen hoffnungsvollen Team von Neuchâtel Sports (Patrick Vuille).Die SCT beginnt am 15. Oktober. An zehn Montagen bis zum 4. Februar 2008 (Spielbeginn jeweils 20 Uhr) tragen die sechs Teams eine doppelte Round Robin aus. Der Sieger der Round Robin gelangt direkt in den Final vom 25. Februar. Die Teams auf den Rängen zwei und drei ermitteln im Halbfinal am 11. Februar den zweiten Finalisten.
Die Teams erhalten ein fixes Startgeld. Pro Sieg in der Round Robin schauen weitere 3000 Franken heraus. Der Gesamtsieg ist mit 20000 Franken dotiert, der zweite Platz mit 10000, der dritte Platz mit 5000 Franken. Im Gegenzug verpflichten sich die Teams beispielsweise, an den Schweizer Turnieren der europäischen World Curling Tour (WCT-E) sowie an mindestens einem Turnier im Ausland teilzunehmen.
Generell wird mit der Swiss Curling Tour eine Niveausteigerung angestrebt, die der Schweiz langfristig weitere Erfolge an internationalen Meisterschaften (WM, EM, Olympia) ermöglichen soll.
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